Angesichts der steigenden Corona-Fallzahlen in Deutschland und Europa steigen ja viele von euch vielleicht jetzt auch auf FFP2-Masken um. Der Mund-Nasen-Schutz, den wir ja meistens tragen, schützt den Träger selbst ja nur eingeschränkt (aber dafür umso mehr das Umfeld).  Wenn ihr also noch mehr für den Selbstschutz tun wollt, zeigen wir euch, worauf ihr bei dem Kauf von FFP2 Masken achten solltet.

Es gibt natürlich auch noch deutlich günstigere Angebote im Netz, jedoch haben die beiden Firmen bei mir zumindest einen guten Eindruck hinterlassen und die untengenannten Punkte alle bestanden. Ich habe bei den Powecom-Produkten jetzt bewusst Anbieter mit Lieferung aus der EU genommen, weil die Lieferung aus China in der Weihnachtssaison erfahrungsgemäß nochmal länger dauert – für den Vorrat könnt ihr natürlich auch direkt in Fernost bestellen (wenn es nicht so eilig ist). Zudem habe ich jetzt den Händler verlinkt, bei dem ich selber auch bestellt habe und gute Erfahrungen gemacht habe und der auch sehr gute Bewertungen vorweisen kann (die Lieferzeit betrug hier 9 Tage bei Lieferung aus Frankreich). Ihr könnt alternativ natürlich auch bei Aliexpress oder anderen Plattformen auch noch günstigere Händler ausprobieren.

Was ist der Unterschied zwischen einem Mund-Nasen-Schutz und einer FFP2-Maske?

Der Mund-Nasen-Schutz (MNS) wie eine Stoff- oder Behelfsmaske bietet je nach Ausführung nur einen geringen Schutz für den Träger. Sie können aber einen Beitrag leisten, die Ausbreitung des Coronavirus zu reduzieren. Dabei schützt man in der Regel sich selbst nur im begrenzten Umfang – sie dienen dem primär dem Fremdschutz (also dem Schutz anderer Personen weil sie die eigenen Aerosole zurückhalten). Wenn andere Personen dann wiederum auch eine Maske tragen, gibt es dann auch für einen selbst eine Schutzwirkung. Zudem verhindern Stoffmasken, dass man sich unbewusst mit dreckigen Händen an Mund oder Nase fasst. Eine bessere Filterwirkung haben da schon die medizinischen Masken (die man in der Regel als die blauen Einwegmasken kennt).

Geht es euch auch um mehr Selbstschutz, dann solltet ihr euch FFP2- und FFP3 Masken näher anschauen – diese können auch die Inhalation von infektiösen Aerosolen verhindern. Bei einer FFP2-Maske werden mindestens 94% der Schadstoffe gefiltert – oftmals erreichen diese auch ein höhere Filterwirkung (bei den Medisana und Powecom Masken wird ein BFE-Wert von ≥ 95% angegeben).

Fairerweise muss man aber erwähnen, dass man bspw. bei Einwegmasken deutlich besser atmen kann als bei einem FFP2-Mundschutz. Für die Daueranwendung sicherlich etwas anstrengend (ich nutze die FFP2-Masken unter anderem aber beim Einkauf).

Warum kommt jetzt ein langer Artikel über FFP2-Masken?

Ihr ahnt es wahrscheinlich schon – leider gibt auch bei den FFP2-Masken viele Fälschungen auf dem Markt. Bei Produktwarnung.eu könnt ihr euch einige der Modelle ansehen – oftmals gibt es bestimmte EU-Zertifikationsstellen gar nicht oder die Zertifikate wurden gefälscht. Damit ihr aber sicher sein könnt, dass euch die Masken  auch schützen und durch mangelnde Qualität und Verarbeitung (oder auch giftigen Stoffen im Material) schaden, haben wir mal die wichtigsten Kriterien zusammengestellt.

Was muss auf einer richtig gekennzeichneten FFP2-Maske dargestellt sein?

Hier habt ihr ein Beispiel mit 2 Masken – einmal die etwas teureren Medisana-Masken  und zum anderen die Powecom-Masken, die ich bei aliexpress gekauft habe.

In der Grafik könnt ihr sehen auf welche Merkmale ihr achten müsst (hier könnt ihr euch das Bild noch mal in voller Auflösung ansehen).

Wichtig sind folgende Punkte, die allesamt auf einer zulässigen Maske erfüllt sein müssen:

  1. Hersteller muss angegeben sein
  2. Die Modellnummer
  3. Die EU-Norm EN 149:2001+A1:2009 muss aufgedruckt sein
  4. Die Angabe FFP2 NR (Schutzstufe FFP2 und NR für “non reusable” also Einmalanwendung)
  5. Die CE-Kennzeichnung (z.B. in dem Fall CE2834, das 2834 steht für die Zulassungsstelle) – also immer CE und dann die vierstellige Zertifizierungsstelle

Zudem noch weitere Punkte, auf die ihr noch achten müsst:

  1. Der Verkaufsverpackung muss eine Anwendungsinformation beiliegen (oder ist auf der Verpackung aufgedruckt). Zudem muss der Hersteller auf der Verpackung aufgedruckt sein mit Adresse.
  2. Auf der Verpackung oder beim beiliegenden Zertifikat sollte stehen: Produktlizenznummer, Produktionsdatum oder Produktionslosnummer, Lagerfähigkeit (mindestens 12 Monate) und empfohlene Lagerbedingungen
  3. Hersteller stellt auf seiner Internetseite oder auf Anfrage EG-Konformitätserklärung, die Baumusterprüfung der Zulassungstelle und ein Technisches Datenblatt zur Verfügung

Hier die entsprechenden Infos von Medisana und Powecom als Beispiel:

Hinweise auf Powecom Verpackung und beiligendem Zertifikat und Hinweise auf Medisana-Verpackung (dort sind die Masken auch noch einzeln verpackt und die Verpackung zusätzlich bedruckt)

Hier beispielsweise die Konfirmitätserklärung von Powecom, die auf der Homepage bereitgestellt wird.

Wie kann ich überprüfen, ob die Angaben echt sind?

Jetzt können natürlich pfiffige Hersteller auf die Idee kommen, dass sie einfach das alles konform aufdrucken und das sie damit durchkommen. Das ist leider auch oftmals so, leider gibt es extrem viele Fälschungen von Masken und/oder Zertifikaten auf dem Markt. Ihr könnt aber zumindest die Gefahr etwas minimieren, wenn ihr wie folgt vorgeht.

CE-Zertifikat überprüfen

Die CE-Kennzeichnung gibt die Zulassungstelle an, bei dem die Maske registriert und wie der Name schon sagt zugelassen wurde. Auch hier gibt es aber viele schwarze Schafe, bei denen einfach eine Homepage aufgesetzt wurde und diese Zertifizierungsstelle gar nicht von der EU für die CE-Zertifizierung anerkannt sind.

Auf der Homepage von Produktwarnung.eu findet ihr die zugelassenden Stellen für die CE-Zertifizierung von FFP2- und FFP3 Atemschutz. Wir gehen einfach mal von unserem Beispiel oben aus – lustigerweise sind beide Masken (Mediana und Powecom bei der gleichen Zulassungsstelle – in unserem Fall ist das die

Entsprechend eurer Zulassungsstelle (also CE-Nummer) könnt ihr euch entsprechend hier die passende Zulassungsstelle aussuchen. Auf der Homepage selber könnt ihr dann prüfen lassen, ob die Zertifizierung der Maske auch seine Richtigkeit hat. Dazu gehen wir in dem Fall mal wieder von dem Powecom Beispiel aus – auf der Homepage des Herstellers (und auch bei den meisten Angebotsseiten werden folgende Zertifikate angegeben):

Ich habe hier mal die gesuchte Certificate No. hervorgehoben. Mit dieser kann man in dem Fall auf der Homepage der Zulassungsstelle (in dem Fall natürlich dann nur für die Masken, die auch bei der jeweiligen Zulassungsstelle registriert sind) überprüfen, ob es ein echtes Zertifikat ist.

Nach Eingabe der Zeritifkatsnummer erscheint folgendes:

Super, in dem Fall scheint also alles in Ordnung zu sein 🙂

Also kurz gefasst sind es zwei Schritte:

  1. Hier prüfen, ob es die Zertfizierungsstelle gibt und diese seitens der EU zugelassen ist
  2. Anschließend das Zertifikat des Herstellers bei der jeweiligen Zertifizierungsstelle auf Echtheit überprüfen.

Sind die Masken echt?

Das ist natürlich auch noch ein Problem, das auftreten kann. Oftmals wird einfach die Verpackung und die Aufdrucke auf den Masken 1:1 in Fernost kopiert, die eigentlichen Masken können aber dann billige Fakes sein, welche nicht die Schutzwirkung haben oder möglicherweise auch schädliche Stoffe enthalten.

Zumindest bei Powecom hat man sich da (wohl auch aus eigener negativer Erfahrung) eine clevere Sache ausgedacht – die Maskenpackungen wurden mit Anti-Fake Stickern versehen, die ihr dann nach Erhalt zur Überprüfung freirubbeln könnt.

Darauf findet ihr dann eine Zahlenkombination, die immer nur einmal vergeben wird. Ich habe zwei Packungen bestellt und es waren auch jeweils andere Nummern unter der Rubbelfläche. Ihr könnt dann wahlweise den QR-Code einfach mit dem Handy öffnen oder die freigerubbelte Zahl auch direkt auf der Homepage des Herstellers unter dem Punkt “Anti Fake Check” testen.

Das kam bei mir raus:

Bei meinem Produkt handelt es sich also um ein offizielles Produkt von Powecom, welches dort auch produziert wurde.

Bevor ihr jetzt mit dem Einwand kommt – ja aber der Code könnte ja einfach auf zig Packungen abgedruckt werden, hier noch das Abfrageergebnis, welches kommt, wenn ihr zweimal den gleichen Code eingebt:

Ihr seht, das kann zumindest nicht so einfach gefälscht werden – bei Eingabe einer Phantasienummer meinerseits wurde das auch direkt erkannt ;).

Wie ist die Qualität der Masken?

Wir sind ja jetzt kein Testlabor und keine “Stiftung Warentest”. Die Hersteller geben aber oftmals Prüfprotokolle an. Zumindest bei den Masken von Powecom macht das einen guten Eindruck (zumal das in China ja scheinbar auch ein Markenhersteller ist). Bei den Medisana-Masken würde ich mir jetzt auch keine Gedanken machen (da steckt ja ein bekanntes Unternehmen hinter). Aber natürlich können theoretisch natürlich auch die Testprotokolle gefälscht werden.

Zumindest haben wir euch denke ich einige Anhaltspunkte mitgegeben, über die ihr prüfen könnt, ob die Masken eine Zulassung haben und wie ihr dieses überprüfen könnt.

Ein weiterer Anhaltspunkt, den ihr auch schon von den Alltagsmasken kennt: der Geruch – wenn eure FFP2-Maske chemisch riecht, dann würde ich persönlich eher Abstand davon nehmen. Bei meiner Testbestellung von Powecom und Medisana war alles in Ordnung 🙂

Ganz sicher kann man denke ich nie sein gute Qualität zu erhalten, aber man kann zumindest das Risiko einer minderwertigen Produktqualität reduzieren. Ich würde zumindest persönlich nicht zu den günstigsten FFP2-Masken greifen, die die oben im Artikel genannten Punkte nicht erfüllen.

Wie erwähnt  geben die Hersteller auch Testprotokolle mit auf der Seite an – das ist dann zumindest ein Anhaltspunkt, wie hier bei Powecom ( in dem Fall für die KN95-Variante – die chinesische Einstufung, die vergleichbar mit FFP2 bei uns ist):

 

 

 

 

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