Bei geld-für-eAuto.de endet die Aktion mit 300€ heute, Sonntag (09.01.). Danach fällt die Prämie dort auf 250€. Zudem gibt es nun auch Förderung für N1 und M3. Die Tabelle unten habe ich aktualisiert. 

Eine interessante Gesetzesänderung tritt zum 01.01.2022 in Kraft – interessant für alle unter euch, die ein (oder mehrere) E-Autos ihr eigen nennen. Gemeint sind hier allerdings keine Hybride, sondern nur rein elektrische Fahrzeuge! Denn ihr habt nun die Möglichkeit, eine jährliche Prämie geschenkt zu bekommen.

Anbieterübersicht: THG-Prämie für Elektroautos beantragen

Anbieter Prämie
2022
Infos
Elektrovorteil.de „bis zu“ 400€ verspricht höchste Quote: 85% der Prämie gehen an Fahrzeughalter:in
emobia mind. 276€
+15€ mit Code 1wfu7 
15€ extra mit
Code 1wfu7
=> damit mind. 291€ Prämie
Wahl zwischen „Flex“ und Fix“ möglich
Fairnergy 300€ garantiert für 2022
geld-für-eAuto.de 300€
garantiert bis 
Privat/Flottenbetreiber

bis 415€ bei leichten Nutzfahrzeugen (Klasse N1) und 12.000€ für elektrische Busse (Klasse M3)

Maingau Energie 260€ nur Maingau Kund:innen
smartificate 250€ + 25€ mit unserem Freundebonus

Was ist die THG-Quote?

THG steht für „Treibhausminderungsgesetz“, auch als Treibhausgasminderungsquote, Treibhausgasquote, Treibhausquote oder THG-Quote bezeichnet. Der Verkehrssektor ist für rd. 1/5 der CO2-Emssionen verantwortlich und bis 2030 soll hier der Ausstoß auf 85 Mio Tonnen pro Jahr senken – eine Halbierung gegenüber 1990. Neben anderen Maßnahmen wie Kfz-Steuer nach Co2-Ausstoß, Förderung in E-Mobilität und CO2-Limitierungen bei Neuwagenflotten von Herstellern ist hier die THG-Quote ein weiterer Steuerungshebel.

So sind z.B. Firmen wie Aral, Shell & Co verpflichtet, die Menge an CO2-emittierendem Kraftstoff zu senken – wenn sie z.B. Ladestrom verkaufen, zählt dieser dann mit dem Faktor drei zum Sauberrechnen. Beim E-Auto wird ein fiktiver Wert gerechnet – dieser liegt bei 1.943kWh (§ 7 der 38. BImSchV).

So legt Erneuerbare-Energien-Richtlinie (EU) 2018/2001 (RED II) fest, dass 2030 der verpflichtende Anteil von erneuerbaren Energien im Verkehrssektor bei 14% liegen soll.

Mehr dazu könnt ihr bei Interesse bei Wikipedia lesen. Außerdem könnt ihr beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit was zum Thema finden und auch beim Umweltbundesamt.

Was ist Ziel der THG-Quote

Die THQ-Quote soll im Kern CO2-Ausstoß senken und Anreize schaffen, z.B. damit Tankstellenbetreiber umweltfreundlichere Kraftstoffe anbieten oder auch in Ladesäulen-Infrastruktur investieren.

Sind die Werte der Anbieter garantiert?

Bevor ihr euch für einen Anbieter entscheidet, müsst ihr schauen, ob der versprochene Erlös fix oder variabel ist und für euch entscheiden, was euch lieber ist.

Bei emobia zum Beispiel könnt ihr zwischen Flex und Fix entscheiden:

Screenshot emobia (03.12.2021)

Bei der Flex-Variante setzt ihr auf steigende Quotenpreise. Nach aktuellem Stand wäre es eine Auszahlung von 355€, aber es kann theoretisch auch sinken.

Mit der Fix-Variante bekommt ihr die 268€ garantiert.

Wer kann von der THG-Quote profitieren?

Profitieren können reine E-Autos. Also ein „E“-Kennzeichen alleine reicht nicht aus, Hybrid-Fahrzeuge, auch Plugin-Hybride, gehen leer aus.

Warum habe ich das bisher nicht genutzt?

Keine Sorge – ihr habt noch nichts verpasst – erst ab dem 01.01.2022 wird der Kreis der Antragsberechtigten auf die privaten E-Autos erweitert.

Bekomme ich die THG-Quote mehrmals?

Ja – und zwar in doppeltem Sinne. Wenn ihr mehr als ein E-Auto habt, bekommt ihr die Prämie für jedes Auto.

Und nochmal Ja: denn die Prämien gibt es zunächst bis 2030 – und zwar jedes Jahr. Ihr seid natürlich nicht für immer an einen Anbieter gebunden, da sollte man dann vielleicht einmal im Jahr schauen. Wir werden den Markt natürlich auch beobachten.

Warum benötige ich einen Dienstleister dafür?

Eine Registrierung eines einzigen Fahrzeugs beim Umweltbundesamt und das Versteigern der eigenen Quote ist aufwändig. Daher haben sich verschiedene Firmen auf dem Markt darauf spezialisiert, das Ganze zu bündeln. Der Prozess ist dabei überall sehr einfach gehalten, i.d.R. müsst ihr nur ein paar Kontaktdaten, eine Kontonummer für die Überweisung der Prämie angeben und dazu den Fahrzeugschein hochladen. Die Anbieter behalten dafür einen Teil der erzielten Prämien für die Vermittlung ein.

So sieht das dann z.B. aus:


(Screenshot: Geld-fuer-eAuto.de)

Wann bekomme ich mein Geld?

Da die Anbieter erst ab Anfang 2022 die Daten mit dem Kraftfahrtbundesamt (KBA) abgleichen können, wird die Bezahlung auch erst im Jahr 2022 erfolgen. Je nach Anbieter wird hier in Aussicht gestellt, dass dies Anfang des Jahres erfolge.

Kostet mich die Beantragung was?

Nein, Kosten fallen natürlich keine an. Die Anbieter behalten einen Teil der Erlöse ein und finanzieren damit ihre Arbeit.

Bei fairnergy wird das z.B. recht transparent aufgelistet, was mit dem Geld passiert:

Kann ich das mit meinem grünen Gewissen vereinbaren?

Ich war zugegebenermaßen erstmal etwas skeptisch bei den Anbietern. Wenn man bewusst elektrisch unterwegs ist und sein Auto mit Ökostrom „tankt“, möchte man ja nicht, dass anderswo dafür mehr die Luft verpestet ist. In meiner Recherche habe ich aber festgestellt, dass de facto bei einer nicht genutzten THG-Quote der Staat diese versteigern wird – also geht das Geld an den Staat statt in die eigene Tasche – also nicht wirklich sinnvoll 😉

Ich möchte das Geld lieber spenden!

Beim Anbieter fairnergy habt ihr alternativ zur Auszahlung auch die Möglichkeit, die Prämie anderweitig zu nutzen und damit eine gute Sache zu machen:

  • Moorgebiete retten
  • Solaranlagen bauen
  • Bäume pflanzen
  • CO2 kompensieren
  • Ladesäulen bauen

Deshalb nennt sich das dort auch „Impact“-Prämie.

THG-Quote ≠ CO2-Zertifikatehandel

Abgrenzen muss man die THG-Quote vom Zertifikatehandel bei CO2 (hier spricht man bei schöngerechneten Ökostrom-Tarifen auch von sog. „RECS“-Zertifikaten). Es handelt sich hier um verschiedene Dinge. Zum Vergleich: während auf den Börsen ca. 50-60€ pro CO2-Tonne bei Zertifikaten bezahlt werden, sind das bei THG deutlich mehr – während des Corona-Lockdowns rd. 250€, heutzutage rd. 400€ pro Tonne.

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