Die Abgabefrist wurde übrigens bis Ende Januar 2023 verlängert (Infos siehe tagesschau.de).

Mal wieder ein Service-Posting vom Sparboten – denn „normale“ Schnäppchen kann jeder 😉

Das Thema Grundsteuerreform ist an vielen Stellen zu lesen und betrifft alle mit Wohn-Eigentum.

Was ist die Grundsteuer?

Grundsteuer bezahlt jeder mit Grundbesitz – dazu gehören bebaute und unbebaute Grundstücke, also euer Wohnhaus genauso wie ein Waldstück.

Die Grundsteuer landet in der Kasse der Städte und Gemeinden und ist deren wichtigste Einnahmequelle. Finanziert wird damit dann alles, was wir gemeinschaftlich nutzen – von der Straßenbeleuchtung bis hin zum Schwimmbad.

Die Reform der Grundsteuer ist dringend notwendig, da bereits 2018 die noch gültige Grundsteuer durch das Bundesverfassungsgericht als verfassungswidrig erklärt wurde. Die Grundsteuer kann jedoch in ihrer jetzigen Form übergangsweise bis zum 31. Dezember 2024 weiter erhoben werden. Ab dem 1. Januar 2025 wird dann die Grundsteuer auf Grundlage der neuen Berechnungen erhoben.

Die alten Daten, auf denen unsere Grundsteuer basiert, stammen im Westen aus dem Jahr 1964, im Osten sind sie sogar noch um einiges älter. Daher ist eine Neuerfassung notwendig. Der gesamte Grundbesitz in Deutschland soll auf den Stichtag 1. Januar 2022 neu bewertet werden.Außerdem wurde den Bundesländern das Recht eingeräumt, bei der Grundsteuer eigene, vom Bundesgesetz abweichende landesrechtliche Regelungen einzuführen. Das nutzen in Zukunft Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen und  Niedersachsen.

Wie berechnet sich die neue Grundsteuer und was bedeutet das für mich?

Bisher wurden bei der Berechnung der Grundsteuer B für Privatgrundstücke rund zwanzig Faktoren berücksichtigt – das reduziert sich nun auf fünf Parameter: Grundstücksfläche, Bodenrichtwert, Immobilienart, Alter des Gebäudes, Wohn-/Nutzfläche. Bei Gewerbegrundstücken waren es bisher mehr als 30 Faktoren, diese sinken auf acht.

Prinzipiell soll die Steuerreform aufkommensneutral ablaufen – unterm Strich also die gleiche Summe zusammenkommen wie bisher. Für jeden einzelnen von uns ist aber mit Änderungen zu rechnen, einige werden mehr Grundsteuer bezahlen müssen und andere weniger.

Wann und wie muss ich meine Erklärung abgeben?

Die Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwerts ist bis zum 31. Oktober 2022 abzugeben – und zwar verpflichtend elektronisch. Die elektronischen Formulare dazu stehen bereit und ihr könnt z.B. über ELSTER eure Daten bereits einpflegen. Wichtig zu wissen: auch Angehörige können für euch die Erklärung abgeben. Eure vielleicht wenig internetaffinen Eltern oder Großeltern benötigen also nicht zwingend ein eigenes ELSTER-Zertifikat. Nur in ganz besonders gelagerten Ausnahmefällen kann eine Erklärung in Papierform abgegeben werden.

Wie kann ich mich auf die Grundsteuererklärung vorbereiten?

Ihr habt sicher in den letzten Wochen ein Schreiben mit einem Fragebogen erhalten, in dem alle wichtigen Eckpunkte abgefragt werden. Das ist noch keine Steuererklärung, sondern soll euch nur bei der „Datensammlung“ helfen!

Mit diesen Daten seid ihr gut auf die Steuererklärung vorbereitet:

  • Größe des Grundstücks
  • Grundbuchblattnummer (falls zur Hand), Gemarkung, Flur, Flurstück
  • Für Eigentumswohnungen: Miteigentumsanteil am Grundstück
  • Steuernummer/Aktenzeichen des Grundstücks
  • Bodenrichtwert
  • Genaues Baujahr des Gebäudes (ab einem Baujahr von 1949)
  • Wohnfläche
  • Anzahl der Garagenstellplätze
  • Kontaktdaten der Eigentümerinnen und Eigentümer und deren Anteile am Eigentum.

Wer unterstützt mich bei der Steuererklärung?

Ganz klar: euer Steuerberater. Oder eines der bekannten, renommierten Programme. Wichtig: bitte nicht auf irgendwelche zwielichten Onlinetools reinfallen. Wenn ihr hier Unterstützung sucht, verlasst euch auf einen der Marktführer!

ELSTER oder Grundsteuererklärung für Privateigentum

Mit ELSTER werdet ihr in gewohnter Form von Formularen begrüßt. Wenn ihr das von euer Einkomensteuererklärung bereits gewohnt seid, solltet ihr sicher damit zurechtkommen. Ihr benötigt dafür eure evtl. bereits vorhandene Zertifikats-Datei. Habt ihr nicht? Bedenkt bei der Zeitplanung, dass eine Beantragung bis zu zwei Wochen dauern kann!

Achtet darauf, das passende Bundesland herauszusuchen. PDF-Anleitungen stehen bereit.

Die Abgabe via ELSTER ist kostenlos.

Für einfache Fälle, d.h. unbebaute Grundstücke, Ein- und Zweifamilienhäuser, Eigentumswohnungen im Privatbesitz in Ländern, die bei der Grundsteuer das Bundesmodell anwenden (also alle außer Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen und  Niedersachsen), wird euch unter www.grundsteuererklaerung-fuer-privateigentum.de eine vereinfachte elektronische Übermittlungsmöglichkeit für die Daten zur Verfügung gestellt. Auch hier ist die Nutzung kostenlos!

WISO Grundsteuer

Der selbsterklärte Marktführer für Steuerprogramme bietet naturöich auch für die Grundsteuer eine Lösung an. Mit WISO Grundsteuer könnt ihr ganz bequem die Grundsteuer-Erklärung abgeben. Es sind alle Grundstücksarten hinterlegt, es erfolgt eine dialoggesteuerte Führung durch die App inklusive Fehlerprüfung und die Übertragung an das Finanzamt erfolgt via Klick.

Für WISO Grundsteuer bezahlt ihr aktuell 29,95€ – mit dabei sind die Abgabe für bis zu drei Grundstücke (erweiterbar).

Steuertipps.de

Der Anbieter Steuertipps.de glänzt ebenfalls mit einer gewohnt benutzerfreundlichen Oberfläche. Es wird durch die Erklärung geführt, auf Plausibilität geprüft und direkt ans Finanzamt übermittelt.

Euch stehen je nach Bedarf drei verschiedene Pakete zur Auswahl:

  • Eine Abgabe (d.h. ihr besitzt z.B. nur eine Eigentumswohnung oder ein Einfamilienhaus) für 14,95€ – Nachkauf möglich!
  • Drei Abgaben für 29,95€
  • Fünf Abgaben für 44,95€
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