Ein Saugroboter mit Wischfunktion zum Dumping-Preis – und vieles deutet darauf hin, dass Xiaomi irgendwie involviert ist. Wir waren hier wirklich mal gespannt, was in der Preisklasse zu erwarten ist – denn sonst muss man da locker das doppelte eintragen.

Wir haben den Sauger nun mal ein paar Wochen genauer unter die Lupe nehmen können.

Die Eckdaten zum IMOU L11

Zunächst mal die Eckdaten im Überblick:

  • Selbstentleerung: Staubentsorgungsbeutel mit 3000 ml Fassungsvermögen und automatische Absaugstation
  • Schnelle Kartenerstellung: Mehrkanal-Sensoreinheit mit LIDAR-Navigation
  • Kein Fleck wird ausgelassen: Wegberechnung auf Grundlage intelligenter Algorithmen
  • Hohe Saugleistung: Effiziente Reinigung mit 2700 Pa Saugkraft
  • 3-in-1-System: Fegen, Staubsaugen und Wischen mit einem Gerät
  • Reibungslose Fortbewegung: Umgeht oder überquert sämtliche Hindernisse – und dass, ohne sich festzufahren
  • App-Steuerung: Konfigurieren, planen und überwachen Sie Ihre Reinigung
  • Automatische Aufladung: Geht die Kapazität des Akkus zur Neige, kehrt der Saugroboter zur Basisstation zurück, um sich wieder aufzuladen, und setzt anschließend die Reinigung fort

Technische Daten

  • 3 Reinigungsmodi
  • 0,55l Kapazität (0,25l Nass, 0,3l trocken)
  • Lithium-Ionen Akku
  • für Flächen bis 90qm empfohlen
  • 120min Akkulaufzeit
  • Amazon: 4,2/5 Sterne in 137 Rezensionen

Erster Eindruck zum L11

Der erste Eindruck: großer Karton. Alles gut und sicher verpackt und kam fehlerfrei per Paket an. Das Gehäuse fühlt sich wertig an, der matt-schwarze Look macht einen gefälligen Eindruck. Ein paar orangefarbene Akzente sehen schick aus, ecken aber auch nicht an. Das Gehäuse ist ansonsten so wie man es kennt. Der Schmutzbehälter wird seitlich eingeschoben.

Absaugstation

Die Absaugstation war direkt mit im Lieferumfang, bei vielen Modellen muss man diese separat kaufen. Für den Sauger braucht es hier keine Rampe, dieser kann direkt bis ranfahren an den kleinen „Turm“.

Der Hersteller

Der Hersteller „Imou“ sagte uns bisher nichts. Offenbar nur ein Label, vom Gesamtauftritt würden wir tippen: das kennen wir doch von Xiaomi – die bei uns im Schnäppchenblog auch die ersten Saug-Roboter waren. Aber dazu später mehr.

Ansonsten hat IMOU vor allem Überwachungskameras und Smart-Home-Komponenten im Sortiment.

Einbindung in die App

Gewohnt einfach klappte das Verbinden mit der App und die Einbindung ins WLAN: wie üblich verbindet man sich kurz mit dem WLAN des Saugers (bequem via QR-Code), macht ihn via App bekannt und damit ist er dann erreichbar im eigenen Heimnetz. Zum Einsatz kommt die Imou-Live-App, die für Android und iOS erhältlich ist. Diese erinnert optisch und in Sachen Bedienung sehr an die bekannte Xiaomi Home App.

Man kann jederzeit den Ladestand des Roboters einsehen, sieht die gereinigte Fläche in qm und die benötigte Reinigungszeit. Außerdem kann man den Sauger direkt an gewünschte Stellen schicken und dort saugen lassen – wenn z.B. nach dem Frühstück die Krümel rund um den Esstisch weg sollen. Schnellzugriffe gibt’s z.B. zur Komplett-Reinigung, einzelner Räume oder Zonen.

Soweit, so „Standard“. Daneben könnt ihr aber auch weitere Sachen einstellen – festlegen, wie viel Wasser und Saugleistung pro Raum aufgewendet werden sollen, ob der Sauger in Bahnen fährt oder ein zweites Mal um 90° versetzt fahren soll (quasi Schachbrettmuster-Reinigung). Ihr könnt No-Go-Zonen einrichten – sowohl zum Saugen als auch zum Wischen („No-Mop“) oder virtuelle Grenzen einrichten.

Eine Einbindung in Amazon Alexa und Google Assistant sind ebenfalls möglich, haben wir bisher aber noch nicht getestet.

Erster Funktionstest

Das Saugen auf glatten Oberflächen (Fliesen) klappt hervorragend. Auch die Absturzsicherung tat ihren Dienst und der Sauger ist nicht die Treppe heruntergefallen (man sollte meinen, das sei selbstverständlich, aber wir haben Gründe für die Erwähnung dieser Tatsache 😉 ).

Dank Laser-Navigation findet sich der L11 gut in den Räumen zurecht und bietet über die App eine gut nutzbare Reinigungskarte.

Grundsätzlich hatten wir mal die Situation, dass sich der Sauger festfährt – wer kennt es nicht? Der L11 ist da aber ziemlich unnachgiebig und versucht sehr zäh, einen Ausweg zu finden. Bei uns immer mit Erfolg.

Problematisch hat sich z.T. der Teppich gestaltet – wir haben im Testszenario verschiedene Teppiche mit unterschiedlichen Höhen. Da hat bisher leider noch keiner der Testkandidaten alles mit Bravour meistern können, auch der L11 war hier teilweise überfordert. Man muss da entsprechend mitdenken und entweder Hindernisse aufstellen, den Teppich befestigen (festkleben?) oder eine No-Go-Area einrichten.

Mehr Komfort dank Absaugstation

Soweit, so unspektakulär, waren die ersten Saugversuche und die App-Einbindung. Sehr gespannt waren wir natürlich auf die Absaugstation, da wir bisher noch keinen Sauger it einem solchen Komfort-Feature testen durften (war uns ehrlich gesagt sonst immer zu teuer). Dank Gummidichtung wird auch zuverlässig verhindert, dass Staub danebengeht.

Der Sauger entscheidet selbstständig, wann es Zeit ist, umzufüllen. Man kann die Entleerung aber auch manuell via App anstoßen.

Beim ersten Mal nicht erschrecken: wenn die Absaugstation anspringt, klingt das schon ähnlich laut wie ein Nass-Trocken-Sauger, den man sonst eher im groben Bereich nutzt.

Nachteil der Absaugstationen ist natürlich (egal welche Preisklasse): man benötigt wieder Staubsaugerbeutel. Schade.

IMOU L11: Pro und Contra

Kommen wir mal zu den Pros und Cons vom Imou Wisch-Sauger.

Pro:

  • + gefälliges Design, hochwertige Verarbeitung – erinnert an Xiaomi
  • + gute Navigation, auch in der App gut dargestellt
  • + Absaugstation – bequemer geht’s kaum

Contra:

  • – Absaugung recht laut (erinnert an Industriesauger)
  • – Teppicherkennung leider nicht ganz Fehlerfrei.
  • – man benötigt wieder Staubbeutel (ist natürlich nicht modell-bezogen)

Unser Fazit zum IMOU L11

Ich muss ja zugeben, angesichts des günstigen Preises sind wir etwas skeptisch an die Sache gegangen. Irgendwo müssen doch da Mankos vorhanden sein, die eine solche Diskrepanz zu gängigen Modellen rechtfertigen. In Summe müssen wir aber sagen, dass der Imou L11 durchweg überzeugen konnte – mit Ausnahme der Mini-Contra-Punkte, die aber vermutlich bei teuren Modellen auch nicht immer einwandfrei funktionieren.

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