“Deutschlands erster mobiler und provisions­freier Broker” – so wirbt Trade Republic für sein Angebot. Derzeit scheint das Thema Aktien ja doch in der breiten Masse anzukommen. Schauen wir mal, was der Anbieter so kann.

Trade Republic – die Idee

“Wir demokratisieren den Zugang zum Kapitalmarkt. Mit unserer App kann jeder einfach, mobil und provisionsfrei sparen, investieren und handeln.” – sagt Hecker, einer der Gründer des Unternehmens. Und: “Wir garantieren den Kunden, dass sie von 9 bis 17.30 Uhr immer zu den aktuellen Xetra-Kursen handeln.” – so schreibt es zumindest die FAZ im Bericht aus April 2020.

Das sagt Stiftung Warentest

In der Finanztest 11/2020 hat die Stiftung Warentest “Für jeden das richtige Depot” gesucht. Dort ist Flatex, viele Jahre unter den besten Anbietern, “abgerutscht”. Trade Republic fällt positiv auf, weil ein bestehendes Depot dorthin auch übertragen werden kann (vorausgesetzt natürlich, die Papiere werden dort gehandelt).

Eckdaten

Die Depotführende Bank ist die Trade Republic Bank. Nachteil könnte für den ein oder anderen sein, dass Wertpapierhandel derzeit nur über die App und nicht via Browser möglich ist.

Normalerweise – also bei Banken, Sparkassen und allen anderen Finanzinstituten – kostet jeder Kauf und Verkauf Geld. Die sogenannten “Smartphone-Broker” verzichten allerdings auf viele der Gebühren. Ihr habt Zugriff auf rund 500 ETFs und 7.300 Aktien bei Trade Republic. Zudem sind 326 ETF-Sparpläne und 40.000 handelbare Derivate verfügbar. Damit ist die Auswahl bei dieser Art von Broker zwar begrenzter als bei klassischen Banken, allerdings sind die Kosten um so vieles geringer. Gerade für Neueinsteiger sicher eine schöne Sache, um sich mal umzuschauen.

Während ihr bei klassischen Banken teilweise mit rund 10 bis 20€ pro Kauf rechnen müsst, fällt bei TradeRepublic für die Abwicklung jeweils nur eine Fremdkostenpauschale von 1€ an – so ist auch der Einsatz von kleinen Geldsummen interessant (ETF- und Aktien-Sparpläne können dauerhaft gebührenfrei bespart werden.). Auch eine Mindestorder gibt es nicht. Es entsteht keine Depotgebühr und ihr bezahlt keine Provision. 

Alternativen zu Trade Republic

Als direkten Mitbewerber kann man wohl Scalable Capital sehen, den ich euch auch schonmal vorgestellt habe. Im Free Modell fällt hier auch keine Jahresgebühr an, die Mindestorder liegt allerdings bei 500€ pro Kauf. Es gibt 1.300 handelbare ETF und 4.000 handelbare Aktien. Depotführende Bank ist die Baader Bank, Wertpapierhandel ist auch via Browser möglich.

Insolvenz – was tun?

Nun ist der Mensch ja ein Gewohnheitstier. Und eine gewisse Skesis bei gehypten Startups ist sicher angebracht. Daher beantworten wir mal die Frage: “was würde passieren, wenn Trade Republic Insolvenz anmelden würde?” Sagen wir so: nervig wäre das schon, aber auch kein Beinbruch – Aktien, Fonds, Anleihen und Zertifikate gehören euch, also dem Kunden. Diese sind nicht Teil einer Insolvenzmasse. Ihr müsstet diese dann zu einer anderen Bank bzw. zu einem anderen Broker übertragen und hättet ggf. vorübergehend keinen Zugriff.

Fazit

Insgesamt kann ist Trade Republic auf jeden Fall einen Blick wert. Ihr zahlt nur für das Ausführen von Ordern eine sehr überschaubare Gebühr, es fallen keine Grundkosten an. Nachteilig ist die fehlende Browser-Unterstützung und das eingeschränkte Aktien-Sortiment – für Otto Normalos sollte das aber nicht weiter stören.

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